Die Gruppe aus rund 30 Mitgliedern von Wirtschaftsjunioren und Wirtschaftskreis verbrachte fast einen ganz Tag bei ERCO.
Wirtschaftsjunioren besuchen ERCO
Lüdenscheider Traditionsunternehmen setzt auf KI, um Mitarbeiter zu entlasten
Lüdenscheid – „Weil made in Lüdenscheid gut ist“: So einfach kann die Antwort eines Unternehmens zur Standortfrage sein. Gestellt wurde diese beim Betriebsbesuch der Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid bei dem Unternehmen ERCO GmbH am Brockhauser Weg in Lüdenscheid. Dr. Thomas Schielke, Trainer für Lichtgestaltung bei ERCO, erklärte, dass es eine bewusste Entscheidung gewesen sei, nur am Standort Lüdenscheid zu produzieren, die sich bewährt habe. Die „Lichtfabrik“, wie sich das Unternehmen selbst bezeichnet, das sich auf individuelle Architekturbeleuchtung spezialisiert hat, fahre gut damit, kurze Wege zwischen Planung und Produktion zu haben.
Das ERCO-Team hatte für die rund 30 Mitglieder von Wirtschaftsjunioren und Wirtschaftskreis Lüdenscheid ein umfassendes Programm vorbereitet. Angefangen von einer Unternehmenspräsentation über Betriebsrundgänge bis hin zur praktischen Präsentation von Lichtanwendungen und Lichtwerkzeugen im sogenannten MockUp-Raum, lernten die Besucher die Arbeitsweise kennen, mit der Beleuchtung geplant und umgesetzt wird. Großes Interesse hatten die Besucher daran, wie die digitale Transformation in dem Traditionsbetrieb gelungen ist beziehungsweise immer noch gelingt. Diese habe ja bereits mit dem „nicht gerade kleinen Schritt“, wie es Junioren-Geschäftsführer Claus Hegewaldt nannte, vom traditionellen Leuchtenhersteller hin zur LED-Technik begonnen.
2015 hatte ERCO als erstes traditionelles Unternehmen überhaupt in der Branche zu 100 Prozent auf die neue Technik umgesattelt. Zu diesem Zeitpunkt sei die LED-Technologie qualitativ so weit gewesen, dass der Lichtstrom und weitere Eigenschaften zu den unterschiedlichsten Bedürfnissen, zum Beispiel in einem Museum, passte, erklärte Schielke. Das bedeutete aber auch eine komplette Neuausrichtung der Produktion. Das Qualitätsmanagement habe extrem ausgeweitet werden müssen. Außerdem trat das Unternehmen auch in die Elektronik-Fertigung ein und produziert inzwischen auch die Platinen selbst. „Wir mussten plötzlich Mitarbeiter finden, von denen wir vorher gar nicht dachten, dass wir sie mal brauchen könnten“, blickte Schielke zurück. Nicht zuletzt während der Corona-Pandemie habe sich dieser Schritt mehr als bewährt: Als andere Unternehmen unter Lieferengpässen bei Platinen litten, „haben wir weiter produziert und geliefert.“
Aktuelles Innovationsthema ist der Einsatz von KI. Diese komme inzwischen sowohl bei Projektanfragen als auch beim Abfassen von Berichten nach Kundenbesuchen zum Einsatz. „Das entlastet die Mannschaft ungemein“, betonte Schielke. Vertriebsmitarbeiter sprächen quasi im Auto schon ihren Bericht ein, der von einer KI zusammengefasst werde. Dabei kämen oft mehr Hintergrundinformation dazu, als wenn die Mitarbeiter am nächsten Tag selbst ihre Berichte zusammenfassen und eintippen. Für einen ersten Planungsentwurf vor dem endgültigen Auftrag nehme die KI ebenfalls viel Arbeit ab.
Ganz wichtig sei es allerdings, alle Mitarbeiter bei dem Thema mitzunehmen und zu schulen. Dabei gehe es sowohl um die Sicherheit sensibler Daten als auch darum, eine mögliche Sorge um den Arbeitsplatz zu nehmen. Die KI könne als unterstützendes Werkzeug effektiv genutzt werden, um Arbeit zu erleichtern, nicht zu ersetzen.
Junioren-Sprecher Tim Stabenau bedankte sich bei Schielke und dem ERCO-Team für den intensiven Einblick in die Lichtfabrik, der sich fast über einen ganzen Tag erstreckte.